Gärtnern in Augsburg

Schrebergarten in Augsburg: bis zu 8 Jahre Wartezeit, Kosten und Alternativen

Bis zu acht Jahre Wartezeit: wie du in Augsburg einen Schrebergarten bekommst, was er kostet und wie du schon vorher eigenes Gemüse anbaust.

Von 7 Min. Lesezeit

Luftbild einer Kleingartenanlage mit vielen Parzellen und Lauben
Symbolbild: Kleingartenanlage in Zürich – Patrick Federi / Unsplash

Kurz gesagt

  • In Augsburg vergeben der Stadtverband der Kleingärtner (53 Anlagen) und die Stadt (vier Anlagen in Göggingen) Schrebergärten. Beim Stadtverband ist ein Hauptwohnsitz in Augsburg Voraussetzung.
  • Für ihre Kleingärten rechnet die Stadt Augsburg mit bis zu acht Jahren Wartezeit. Beim Stadtverband hat Vorrang, wer am längsten vorgemerkt ist.
  • Die Pacht ist günstig – bei der Stadt 0,14 € pro m² und Jahr. Dazu kommen Nebenkosten, Mitgliedsbeitrag und bei der Übernahme meist eine Ablöse für Laube und Bepflanzung.
  • Im Oktober 2025 hat die Stadt die neue Kleingartenanlage „Am Stadion“ mit 90 Parzellen eröffnet. Die Gärten verwaltet der Stadtverband.
  • Wer vor allem eigenes Gemüse anbauen will, braucht nicht unbedingt einen Schrebergarten: Saisonparzellen wie ein Mietgarten gibt es ohne jahrelange Warteliste.
Inhalt

Eigenes Gemüse anbauen, Tomaten ernten, nach Feierabend ein paar Stunden im Grünen verbringen: Dafür wünschen sich viele in Augsburg einen Schrebergarten. Die Nachfrage ist allerdings groß – für ihre Kleingärten rechnet die Stadt Augsburg mit bis zu acht Jahren Wartezeit.

Für eigenes Gemüse brauchst du aber nicht unbedingt einen klassischen Schrebergarten. Hier steht, wie du in Augsburg einen Kleingarten bekommst, was er kostet und welche Alternativen es gibt – vom städtischen Grabeland bis zur Gartenparzelle für eine Saison. Die Zahlen stammen überwiegend von der Stadt Augsburg und vom Stadtverband der Kleingärtner, alle Quellen stehen am Ende.

Wie bekommt man in Augsburg einen Schrebergarten?

In Augsburg gibt es zwei Wege zu einem Schrebergarten: über den Stadtverband Augsburg der Kleingärtner oder direkt über die Stadt Augsburg.

Über den Stadtverband der Kleingärtner: Der Stadtverband vergibt Gärten in 53 Anlagen. Voraussetzung ist ein Hauptwohnsitz in Augsburg.

  1. Du bewirbst dich in einer Anlage, meist der nächstgelegenen, und kannst dich zusätzlich bei zwei weiteren Anlagen vormerken lassen.
  2. Den Mitgliedsantrag bekommst du bei der Obfrau oder dem Obmann der Anlage. Er oder sie unterschreibt ihn.
  3. Den unterschriebenen Antrag gibst du in der Geschäftsstelle des Stadtverbands in der Frischstraße 22 b ab. Damit bist du als Bewerberin oder Bewerber registriert.
  4. Als förderndes Mitglied stehst du auf der Warteliste. Der Mitgliedsbeitrag beträgt laut Stadtverband 25 €.

Über die Stadt Augsburg: Das Liegenschaftsamt verwaltet selbst vier Kleingartenanlagen in Göggingen – am Brandweg, Am Wertachdamm, am Wasenmeisterweg und an der Diebelbachstraße – sowie Grabelandflächen im ganzen Stadtgebiet. Du bewirbst dich über ein Formular der Stadt.

Wie lange wartet man in Augsburg auf einen Kleingarten?

Für ihre Kleingärten und ihr Grabeland rechnet die Stadt Augsburg mit einer Wartezeit von bis zu acht Jahren. Freie Parzellen vergibt die Stadt nach der Reihenfolge, in der die Bewerbungen eingegangen sind. Einen Rechtsanspruch auf einen Garten gibt es nicht.

Der Stadtverband nennt keine feste Wartezeit. Wird ein Garten frei, wählt der Ausschuss der Anlage die neuen Pächterinnen oder Pächter aus. Bewerben sich mehrere, hat Vorrang, wer am längsten vorgemerkt ist.

Was kostet ein Schrebergarten in Augsburg?

Die Pacht für einen Schrebergarten in Augsburg ist günstig, die Kosten drumherum sind es nicht immer. Die Stadt verpachtet ihre Kleingärten derzeit für 0,14 € pro Quadratmeter und Jahr. Ein Kleingarten ist im Bundesschnitt 370 m² groß – bei der städtischen Pacht sind das 51,80 € im Jahr.

KostenpunktBetragQuelle
Pacht städtischer Kleingarten0,14 € pro m² und JahrStadt Augsburg
Pacht städtisches Grabeland1,00 € pro m² und JahrStadt Augsburg
Förderndes Mitglied im Stadtverband25 € MitgliedsbeitragStadtverband Augsburg
NebenkostenStrom, Wasser, Abwasser, VersicherungenStiftung Warentest
Ablöse bei Übernahmeim Schnitt ab 1.900 €, in Großstädten oft 3.300 € und mehrwohnglueck.de

Die Ablöse zahlst du dem Vorpächter für Laube, Pflanzen, Sträucher und Obstbäume, denn die werden nicht mitverpachtet. Den Wert schätzt in der Regel ein Schätzer des Vereins. Die Pacht selbst ist gesetzlich gedeckelt: Sie darf höchstens das Vierfache der ortsüblichen Pacht im Erwerbsobstbau betragen.

Welche Regeln gelten im Schrebergarten?

Für Kleingärten gilt das Bundeskleingartengesetz, auch für die Anlagen der Stadt Augsburg. Ein Kleingarten dient laut Gesetz der nichterwerbsmäßigen gärtnerischen Nutzung, insbesondere dem Anbau von Obst und Gemüse für den Eigenbedarf, und der Erholung.

  • Größe: Ein Kleingarten soll nicht größer als 400 m² sein.
  • Laube: Erlaubt ist eine einfache Laube mit höchstens 24 m² Grundfläche, einschließlich überdachtem Freisitz.
  • Wohnen: Die Laube darf nicht zum dauernden Wohnen geeignet sein.

Was im Einzelnen erlaubt ist, regeln die Vereine zusätzlich selbst. Frag deshalb vor der Bewerbung nach der Gartenordnung der Anlage.

Entstehen in Augsburg neue Kleingärten?

Ja. Am 10. Oktober 2025 hat die Stadt Augsburg die neue Kleingartenanlage „Am Stadion“ eröffnet. Sie liegt am Schmelzerbreitenweg bei der WWK-Arena und hat 90 Parzellen auf rund 28.000 m². Die Anlage ergänzt die Kleingartenanlage „Reinhold Wolff“ aus dem Jahr 2011 und wurde an den Stadtverband der Kleingärtner übergeben, der die Gärten verwaltet.

Für die Erweiterung neben der Anlage „Reinhold Wolff“ plante die Stadt laut einer Mitteilung von 2023 kleinere Gärten: rund 200 m² statt der bisher durchschnittlich 360 m², damit mehr Gärten Platz finden. Laut derselben Mitteilung sieht der Kleingartenentwicklungsplan weitere Flächen in Bärenkeller und am Neuen Ostfriedhof in Lechhausen vor. Dort sind auch ein interkultureller Garten und ein Gemeinschaftsgarten geplant.

Welche Alternativen zum Schrebergarten gibt es in Augsburg?

Wer in Augsburg nicht jahrelang auf einen Schrebergarten warten will, hat wenige, aber echte Alternativen.

  • Grabeland der Stadt: Grabeland dient überwiegend dem Anbau und weniger der Erholung. Die Flächen sind oft größer als Kleingärten und kosten 1,00 € pro m² und Jahr. Die Wartezeit beträgt aber ebenfalls bis zu acht Jahre.
  • Gemeinschaftsgarten: Die Stadt plant laut Stand 2023 einen Gemeinschaftsgarten und einen interkulturellen Garten in Bärenkeller und Lechhausen. Dort gärtnerst du gemeinsam mit anderen auf einer Fläche.
  • Selbsterntegarten: GemüseSelbstErnte Augsburg vermietet vorbereitete Parzellen auf Bio-Land für eine Saison, Wasser und Werkzeug sind enthalten.
  • Mietgarten: Bei DeinMietGarten in Augsburg-Inningen mietest du eine vorbereitete Parzelle mit 20, 45 oder 80 m² für eine Saison, ab 115 €. Boden, Wasser und Leihwerkzeug sind enthalten. Die Saison 2026 ist ausgebucht; für 2027 kannst du dich kostenlos vormerken.

Wenn du vor allem Tomaten, Salat und Zucchini anbauen willst, brauchst du keine Laube, keinen langfristigen Pachtvertrag und keine jahrelange Planung. Dann reicht oft eine kleinere Parzelle für eine Saison. Du kümmerst dich um deine Pflanzen – wir bereiten den Boden vor und stellen Wasser und Werkzeug bereit.

Gemüsebeet mit Salat, Bohnen, Fenchel und Mangold auf unserem Acker in Augsburg-Inningen im Abendlicht
Salat, Bohnen, Fenchel und Mangold auf einer Parzelle in Augsburg-Inningen. Eigenes Foto: DeinMietGarten

Was ein Mietgarten genau kostet und was dazukommt, steht in unserem Beitrag Was kostet ein Mietgarten?.

Schrebergarten oder Mietgarten: Was passt zu dir?

Ein Schrebergarten und ein Mietgarten erfüllen unterschiedliche Wünsche. Ein Schrebergarten bietet eine Laube, viel Platz zum Erholen und eine Nutzung über viele Jahre. Ein Mietgarten ist vor allem für den eigenen Gemüseanbau gedacht.

Schrebergarten in AugsburgMietgarten bei DeinMietGarten
Flächebis 400 m², neue Gärten laut Planung von 2023 rund 200 m²20, 45 oder 80 m²
Laube und ErholungLaube bis 24 m², Platz für Freizeitkeine Laube, Fokus auf Gemüse
Kostenbei der Stadt 0,14 € pro m² und Jahr plus Nebenkosten und Mitgliedschaft115–350 € pro Saison, alles inklusive
Einstiegmeist Ablöse an den Vorpächtervorbereiteter Boden, keine Ablöse
Wartezeitbei der Stadt bis zu 8 JahreVormerkung für 2027 offen
Bindunglangfristige Pacht mit Kündigungsschutzeine Saison

Willst du einen Garten mit Laube, in dem du über viele Jahre deine Freizeit verbringst, lohnt sich die Bewerbung für einen Schrebergarten. Möchtest du vor allem selbst Gemüse anbauen und erst einmal ausprobieren, wie dir das Gärtnern gefällt, ist ein Mietgarten oft der unkompliziertere Einstieg. Beides schließt sich nicht aus: Du kannst dich für einen Schrebergarten bewerben und in der Wartezeit schon in einem Mietgarten gärtnern.

Wie du zu unserem Acker kommst, steht auf der Seite zum Standort in Augsburg-Inningen. Die Größen und Preise im Überblick findest du bei den Gartengrößen und Preisen.

Häufige Fragen

Wie lange ist die Wartezeit für einen Schrebergarten in Augsburg?

Für Kleingärten und Grabeland der Stadt Augsburg rechnet die Stadt mit bis zu acht Jahren. Der Stadtverband Augsburg der Kleingärtner nennt keine feste Wartezeit; bei mehreren Bewerbungen hat Vorrang, wer am längsten vorgemerkt ist.

Muss ich in Augsburg wohnen, um einen Kleingarten zu pachten?

Beim Stadtverband Augsburg der Kleingärtner ja: Voraussetzung für die Bewerbung ist ein Hauptwohnsitz in Augsburg.

Wie groß darf ein Schrebergarten sein?

Laut Bundeskleingartengesetz soll ein Kleingarten nicht größer als 400 m² sein. Die Laube darf höchstens 24 m² Grundfläche haben, einschließlich überdachtem Freisitz.

Darf man im Schrebergarten wohnen?

Nein. Laut Bundeskleingartengesetz darf die Laube nach Ausstattung und Einrichtung nicht zum dauernden Wohnen geeignet sein.

Gibt es einen Anspruch auf einen städtischen Kleingarten?

Nein. Die Stadt Augsburg weist ausdrücklich darauf hin, dass kein Rechtsanspruch auf eine Zuteilung besteht. Die Vergabe ist ein freiwilliges Angebot der Stadt.

Quellen

  1. Verpachtung von Kleingärten & Grabeländern – Stadt Augsburg, Liegenschaftsamt (Stand 23.07.2026)
  2. So pachten Sie einen Kleingarten – Stadtverband Augsburg der Kleingärtner e.V.
  3. Neue Kleingartenanlage „Am Stadion“ eröffnet – Stadt Augsburg (14.10.2025)
  4. Augsburg investiert in neue Kleingärten – Stadt Augsburg (19.04.2023)
  5. Erweiterung Kleingartenanlage – Stadt Augsburg, Mach mit
  6. GemüseSelbstErnte Augsburg – GemüseSelbstErnte Augsburg
  7. Bundeskleingartengesetz, § 1 Begriffsbestimmungen – Bundesministerium der Justiz
  8. Bundeskleingartengesetz, § 3 Kleingarten und Gartenlaube – Bundesministerium der Justiz
  9. Was Kleingärtner wissen müssen – Stiftung Warentest (10.04.2025)
  10. Schrebergarten pachten: Was kostet ein Kleingarten? – wohnglueck.de

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